Dessau Rosslauer HV hat am Ende die zuletzt noch vermisste Routine
Robert Lux trifft 30 Sekunden vor dem Abpfiff zum beruhigenden 26:24 Erstellt am 20.12.2009 - 20:21 Uhr
von Gerald Reinhardt
Die weite Anreise hätte sich Gästetrainer Peter Kalafut gerne mit einem Punkt belohnt. Er selbser spricht dem DRHV aber den Sieg als verdient zu. Allerdings habe es sich die Gastgeber aus Dessau-Roßlau selber schwer gemacht. In den ersten Minuten kamen die Beavers überhaupt nicht ins Spiel. Innerhalb weniger Minuten führten die Varel mit 0:3. Und es hätte noch schlimmer kommen können, wenn Torwart Andreas Sprecher nicht noch einen Strafwurf von Jan-Phillip Willgerodt abwehren konnte. Erst in der 4. Minute konnte Robert Lux für den ersten Treffer seiner Mannschaft sorgen. Er eröffnete den Torereigen und schloss ihn in der 59. Minute mit dem 26. Treffer für die Beavers.
Dessau fand nun ins Spiel und arbeitete, was aber schwer genug war. Bis zur 13. Minute dauerte es, als Daniel Holtz zwei Tore in Folge machte, die zum Ausgleich führten. Auf der Anzeigetafel stand es 6:6. Varel legte noch einmal zum 6:7 vor, doch dann traf Mathias Rudow und erneut Daniel Holtz, was in der 16. Minute beim 8:7 die erste Führung brachte.
Die Möglichkeit zum Ausbau der Führung war mehrfach gegeben, da die Gäste die Bälle im Angriff immer wieder verloren. Doch diese Geschenk nahmen die Bevaers nicht an. Vergaben selber Chance um Chance, selbst die so genannten 100%igen konnten nicht verwandelt werden. Ein sicherer Vorsprung blieb den Dessau-Roßlauern verwehrt. In der 24. Minute gelang es dann dem Gast wieder das Spiel zu übernehmen und ging mit 10:11 in Führung. Ausgerechnet in diesem Moment scheiterte Matthias Rudow beim 7m am Gästetorhüter. Es blieb also beim 10:11. Zur Freude aller Zuschauer blieb der Gegenzug der Gäste allerdings erfolglos, so dass es wenige Augenblick später wieder beim 11:11 zum Ausgleich kam. Beide Seiten haben die darauf folgenden Chancen zu einer Führung liegen lassen. Erst Daniel Holtz legte erneut zum 12:11 in der 28. Minute vor. Die nächsten Minuten waren dann wieder typisch für dieses Spiel. Im Gegenzug glichen die Gäste wieder aus. Die Beavers trafen noch zum 13:12 und die Gäste glichen aus. Die letzten Chancen wurden von beiden Seiten vergeben. Die Zeit lief runter und beim 13:13 ging es in die Pause.
Nach der Pause hatten das Team um Kapitän Patrick Heddrich einen besseren Start ins Spiel und schafften in der 34. Minute erstmals eine Führung von zwei Toren. Es stand 16:14. Aber das brachte die Gäste erneut auf den Plan. Schnell stand es wieder 16:16. Beide Seiten wechselten die Torhüter. Auf beiden Seiten ein guter Schachzug, denn beide konnten sehr gut parieren. Gästetrainer Peter Kalafut setzte gerade in Überzahlphasen auf eine doppelte Manndeckung, die aber nichts einbrachte. Auf beiden Seiten ließ der Abschluss zu wünschen übrig. Immer wieder kamen die Gäste heran, konnten auch in der 46. Minute nochmals ausgleichen und hatten mehrfach die Chance das Spiel an sich zu reißen, versäumten es aber hartnäckig genug zu spielen. Da auch die Beavers nicht fehlerfrei im Angriff agieren konnten, war bis zum Ende Spannung im Spiel und auch alles möglich. In der 58. Minute legte Robert Lux beim 25:23 noch einmal eine zwei Tore Führung vor. Die Gäste ließen aber nicht locker und schafften eine Minute später noch den Anschlusstreffer. Beim 25:24 war noch eine Minute zu spielen. Sollten die Beavers wieder nur einen Punkt ernten?
Erneut Robert Lux setzte dem Zittern aber ein Ende. Zwanzig Sekunden vor dem Ende traf er zum 26:24. Der Gegenzug hätte zwar noch den 25. Treffer für die HSG Varel bringen können, aber der Angriff ging erfolglos aus. Die Beavers hatten 10 Sekunden vor dem Abpfiff sogar noch einmal den Ball. Auf einen Tempogegenstoß verzichtete man aber. Die anwesenden Fans bedankten sich bei den Beavers mit Standing Ovations. Thomas Zänger und Peter Pysall zeigten sich in der Pressekonferenz über die tolle Unterstützung in der Anhalt-Arena sehr erfreut.
Das Zittern in der Halle war vorbei, das Zittern vor der Arena allerdings nicht. Schneesturm! Da blieb Thomas Zänger nichts weiter übrig, als den Gästen eine gute und unfallfreie Heimfahrt zu wünschen. Für die HSG geht es am Mittwoch noch einmal nach Anhalt. Das Team aus Bernburg trifft auf die Mannschaft von Trainer Peter Kalafut. Für die Gastgeber heißt es nun erst einmal Relaxen! Das nächste Punktspiel wird am 31.01. gegen die Eintracht aus Hildesheim angepfiffen.
Ein besonderer Dank geht an dieser Stelle noch einmal an André Langen, der sich für die letzten drei Spiele noch einmal bereit erklärt hatte, das Trikot der Beavers überzustreifen. Trainer Peter Pysall betonte dabei, dass André eine sehr gute Verstärkung in der Abwehr war. Für die private, berufliche und sportliche Zukunft wünschen wir André und seiner Familie erneut ALLES GUTE!