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"Zwote" vor vorerst letzter Bewährungsprobe
Schaulaufen in Wolfen?
Erstellt am 15.04.2010 - 23:02 Uhr von Volker Racho

Wenn am Sonntag kurz vor 18 Uhr die Schlusssirene in der Krondorf-Halle von Wolfen ertönt, hat die Saison, vermutlich, ein Ende gefunden. Spätestens dann steht auch fest, ob die DRHV-Reserve das scheinbar Unmöglich noch möglich gemacht hat. Doch an die Meisterschaft glaubt beim DRHV keiner. Zumindest wird nicht offensiv davon gesprochen. „Wir nehmen es einfach so hin,“ schmunzelt Rösike. Das stimmt selbstverständlich. Was die Dessau-Roßlauer ebenso hinnehmen müssen, ist die Ansetzung des letzten Spieltages. Acht Partien stehen auf dem Programm und sieben beginnen am Sonntag um 16 Uhr. Sieben? Der designierte Verbandsligameister bestreitet sein letztes Spiel bereits am Sonnabend um 16 Uhr. Nun liegt es fern, dabei von einer möglichen Wettbewerbsverzerrung zu sprechen. Wenn, dann liegt der Vorteil eher bei den Doppelstädtern, die am Sonntag im Falle eines Sieges von Landsberg befreit aufspielen können. Auch, da es für die Gastgeber weder signifikant nach oben noch nach unten gehen kann. Die HSG 2000 befindet sich im hinteren Niemandsland der Tabelle.

Die Bauhausstädter sind derweil gewillt, auch das letzte Saisonspiel erfolgreich zu gestalten. Die Serie würde dann auf 19 Siegen in Serie ausgebaut werden. Beeindruckend, wenn man sich noch einmal den Saisonauftakt vergegenwärtigt, als scheinbar gar nichts richtig laufen wollte. „Den Qualitätssprung, den das Team geschafft hat, ist immens,“ lobt Rösike seine Mannschaft und fügt in Reflexion an: „Mit den Jungs wäre ich vor einem Jahr bestimmt nicht abgestiegen.“ Das vor der Saison ausgegebene Saisonziel ist bereits seit einigen Wochen unter Dach und Fach: ein Medaillenrang. Die Chancen auf die Meisterschaft sind gewiss noch da, aber bei zwei Punkten Rückstand und einem Tabellenführer, der sich abgesehen vom Spiel in der Anhalt-Arena(26:20-Sieg des DRHV) ebenso wenig eine Blöße gab, mag man so recht nicht dran glauben. Nichtsdestotrotz ist der Aufstieg noch nicht abgehakt. Die Durchführungsbestimmungen des HVSA regeln den Aufstieg in die in der nächsten Saison neu geschaffene Sachsen-Anhalt-Liga unter Nr. 8c, dass bei Notwendigkeit die beiden Zweitplatzierten der Verbandsliga Nord und Süd Relegationsspiele gegeneinander bestreiten, bei dem der Sieger auch in die neue Liga mit hochgeht. Notwendigkeit daher, dass bevor es zu einem solchem Spiel kommt, die freien Plätze zunächst den Regelabsteigern aus der Oberliga angeboten werden. Terminiert sind die Spiele für den 15.05./16.05. Der Gegner würde für die Dessau-Roßlauer zudem auch schon feststehen. Entweder ist es der HV Wernigerode oder der SV Wacker Westeregeln. Beide Teams haben noch Chancen im Norden den direkten Aufstieg zu packen.

An die mögliche Relegation denkt man in Dessau-Roßlau ohnehin eher halbherzig. „Wir sind gerüstet für alle Fälle. Sollten aber alles ganz genau abwägen,“ gibt sich der Trainer nachdenklich. Fakt ist nämlich auch, dass man sich beim DRHV noch nicht ganz darüber im Klaren ist, wie es mit den beiden besten Torschützen Steven Just und Chris Alisch weitergehen soll. Beide sollen mit Perspektive für die Bundesligamannschaft aufgebaut werden. Im Falle des Nichtaufstiegs steht daher die Frage im Raum, ob sich ein weiteres Jahr Verbandsliga für beide lohnen würde. Optionen für beide Fälle bestehen beim DRHV. „Wir werden die Jungs weiterhin fördern und fordern. Für beide Modelle haben wir Pläne in der Schublade,“ beruhigt Rösike alle Fans des DRHV, dass beide Talente dem Verein nicht abhanden kommen werden.

Die Ziellinie will man aber nicht nur der Klarheit wegen überqueren, vor allem auch deshalb, damit Blessuren endlich ausgeheilt werden können. Marco Wetteborn plagen seit Wochen Knieprobleme und eben so wenig gut steht es um seine rechte Hand bestellt. Manuel Abé hat mal wieder mit einer Knieverletzung zu kämpfen, sodass er während der Spiele meistens nur noch in der Abwehr gebracht werden kann. Auch der Rest der Mannschaft hat mit allerlei Wehwehchen zu kämpfen. „Uns allen würde eine Pause gut tun. Aber wir müssen noch mal 60 Minuten beißen und können dann endlich feiern,“ blickt Rösike voraus. Dass es keinesfalls ein Spaziergang in Wolfen wird, ist auch gewiss. Im Hinspiel gewann der DRHV eher schleppend mit 35:31 und hatte Glück, dass die HSG in den entscheidenden Momenten vergaß das Tor zu werfen. Zudem ist Wolfen seit mittlerweile zwei Monaten ohne Niederlage. Den letzten doppelte Punktverlust verzeichnete man beim SV Anhalt Bernburg Mitte Februar. Seitdem fuhr man in sechs Spielen fünf Siege ein und holte letzte Woche einen Punkt gegen Kühnau.

Doch für das Spiel am Sonntag(Anwurf 16 Uhr, Sporthalle Krondorf) hat sich der DRHV einen Plan B zurecht gelegt, falls Landsberg die eigene Partie in Steuden gewinnt. „Dann werden wir mal ein bisschen rotieren und denen die Chance geben, die über die Saison hinweg eher weniger Chancen hatten, sich zu beweisen,“ so Rösike, der gleich noch die Moral seines Teams hochhält: „Es hat zu keiner Zeit irgendjemand gemurrt, wenn er mal nicht zum Einsatz gekommen ist. Das ist eine tolle Einstellung nicht immer Usus.“ So ist es egal, wie das Spiel ausgehen wird. Zufrieden mit dem gesamten Saisonverlauf ist man im Lager der Doppelstädter. Ein Sieg in Wolfen würde dem ganzen nur noch „die Krone aufsetzen“.
 
         
Termine
DHB Pokal - 2. Runde
1. VfL Potsdam
gegen
DRHV 06
22. September 2010

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