Vorläufig letztes Anhalt-Derby wird mit Spannung erwartet
Anhalt Bernburg erwartet am Samstag den Dessau-Roßlauer HV Erstellt am 06.05.2010 - 12:13 Uhr von Gerald Reinhardt
Ob die Begegnungen der beiden Teams den Anspruch auf die Bezeichnung "Das Anhalt-Derby" berechtigt tragen oder nicht, wird den meisten Handball-Anhängern egal sein. Fakt ist, die beiden Punkt-Spiele in der 2. Handball-Bundesliga Nord wurden von beiden Seiten immer mit Spannung erwartet. Neben dem sportlichen Wettstreit um die Rangordnung in Sachsen-Anhalt bzw. der Region waren die Derbys auch für die Fans und die Vereine von besonderem Interesse.
Eine hohe Zuschauerzahl war garantiert, in der Bruno-Hinz-Halle in Bernburg kaum eine Karte zu haben und bei mehr als 2400 Zuschauer brodelte auch die Anhalt-Arena in Dessau-Roßlau. Für die Teams und die Zuschauer waren es bombastische Stimmungen, die nicht selten auch sportlich anders verliefen, als vom Papier her zu erwarten war. Aber auch wirtschaftlich spielten die Derbys eine enorme Rolle, denn neben den Zuschauereinnahmen bestand ein großes Interesse, dieses Spiel besonders zu unterstützen bzw. zu präsentieren.
Nun wird am Samstag um 16.30 Uhr die vorerst letzte Begegnung auf diesem Level angepfiffen. Der Grund dafür ist allen Handballinteressierten bekannt. War der SV Anhalt Bernburg in der letzten Saison bereits nur mit Glück dem eigentlich sportlichen Abstieg entgangen, sah es auf sportlicher Ebene auch in dieser Saison nicht viel besser aus. Trotzdem schien es lange so auszusehen, als wäre der SV Anhalt Bernburg auch weiterhin sicher in der 2. Handball-Bundesliga vertreten. Die Fusion von Ahlen und Hamm, der bekannt gegebene Ausstieg des HSV Hannover legte bereits im Vorfeld die Absteiger fest. Doch auch der SV Anhalt Bernburg musste mittlerweile die Notbremse ziehen und hat auch aus wirtschaftlichen Gründen den Lizenzantrag für die 2. Handball-Bundesliga zurückgezogen.
So scheint das Spiel am kommenden Samstag nur Formsache zu sein. Aber genau das wird es nicht werden. Die Beavers im Moment auf Platz 11 der Tabelle halten an den Ambitionen, ein einstelligen Tabellenplatz zu erreichen fest, und wollen dazu natürlich jede Möglichkeit nutzen. Für die Bernburger geht es um das Prestige, vielleicht eine höhere Motivation. Ein Nichtabstiegsplatz, dem Reglement entsprechend, ist nicht mehr erreichbar. Aber die Position in der Region, die Leistung vor den Fans und den Sponsoren und Unterstützern, wird den Einsatz des Teams von der Saale steigern.
Und genau das dürfen die Beavers nicht unterschätzen. Gerade der HSV Hannover ist ein gutes Beispiel dafür. Das Team steht auch vor dem "Abstieg" in die dritte Liga und machte es den Beavern in der Anhalt-Arena schwer. Auf der anderen Seite war es der HSV, der sich in der letzten Woche in eigener Halle dem Tabellenletzten Bernburg geschlagen geben musste. Der Einsatz beider Teams zeigt, dass sich die Spieler noch voll in die Spiele einbringen und alles geben. Ein Spaziergang nach Bernburg wird es also definitiv nicht werden.
Trainer Peter Pysall hält am Samstag an dem Team der letzten Begegnungen gegen Altenholz, Hannover und Nordhorn fest. Zu einem Einsatz von Patrick Heddrich wird es in der aktuellen Situation nicht kommen, da er noch immer mit seinem Muskelfaserriss nicht einsatzfähig ist. Ansonsten steht das Team der letzten Wochenenden für das Derby bereit und ist heiß auf die Begegnung. Auch Falco Müller, der aus bildungstechnischen Gründen unter der Woche nicht komplett am Training teilnehmen konnte, wird am Samstag mit in Bernburg kämpfen.
Das Team wird an die Leistungen aus den letzten Spielen anknüpfen und wieder alles geben. Die Tendenz zeigt nach oben, Auswärtssieg in Altenholz, Punktgewinn gegen Hannover und eine äußerst knappe unglückliche Niederlage beim Tabellen-Vierten.